27. Juli 2021 / 21:41 Uhr

Wasserspringer Patrick Hausding über Olympia in Corona-Zeiten und seine Medaillenchancen

Wasserspringer Patrick Hausding über Olympia in Corona-Zeiten und seine Medaillenchancen

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Patrick Hausding hat bei Olympia in Tokio Edelmetall im Visier.
Patrick Hausding hat bei Olympia in Tokio Edelmetall im Visier. © IMAGO/Laci Perenyi
Anzeige

Der deutsche Fahnenträger Patrick Hausding greift im Wasserspringen am Mittwochmorgen mit seinem Partner Lars Rüdiger nach Edelmetall. Zuvor sprach er mit dem SPORTBUZZER über seine Chancen und das Feeling bei Olympia in Corona-Zeiten.

Silber und Bronze hat er bereits in der Vitrine. Folgt nun die dritte Medaille bei den vierten Spielen? Wasserspringer Patrick Hausding (32) hat am Mittwoch (8 Uhr, ZDF) im Drei-Meter-Synchronwettbewerb mit Lars Rüdiger seine größte Chance auf Edelmetall in Tokio. Der deutsche Fahnenträger sagte nach der Eröffnungsfeier im ZDF über das leere Stadion: „Wir waren ja darauf eingestellt. Überall standen viele Volunteers, die uns begeistert zugewinkt haben. Das tat gut.“ Gegenüber dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), äußerte er sich über Olympia in der Pandemiezeiten und zu seinen Chancen.

Anzeige

SPORTBUZZER: Wie empfinden Sie Olympia in Corona-Zeiten?

Patrick Hausding: Ich weiß ja, wie Olympia aussehen sollte. Dieses Jahr ist es etwas traurig. Aber lieber solche Spiele als gar keine. Aus Pandemie-Sicht wäre mir Olympia im letzten Sommer lieber gewesen. Die Infektionszahlen sind inzwischen weltweit viel höher, damit haben die kritischen Stimmen überall noch zugenommen. Mir persönlich hat die Verschiebung physisch gutgetan. Ich hatte Zeit, Blessuren an Schultern und Knien auszukurieren.

Wie ist es im Olympischen Dorf?

Wir müssen professionell sein, sind hier, um unsere Leistung zu bringen – und nicht, um zwei Wochen lang das Olympische Dorf zu erkunden.

Träumen Sie von der noch fehlenden Olympia-Goldmedaille?


Eine dritte Plakette wäre schon ein Traum, da ist mir die Farbe egal. Chinas Übermacht in unserer Sportart ist reell. Silber ist also im Wasserspringen wie Gold.

Sie treten mit dem sieben Jahre jüngeren Lars Rüdiger als Europameister-Duo an. Was macht dieses Synchronpaar so stark?

Wir springen seit drei Jahren zusammen. Er wohnt auch in Berlin, das ist ein Vorteil. Lars hat sich immer weiter gesteigert. Vor allem der viereinhalbfache Salto vorwärts macht uns konkurrenzfähig. Lars misst 1,87 Meter und ist damit der größte Wasserspringer der Welt, der vom Brett viereinhalb Umdrehungen schafft. Er ist physisch in seinen besten Jahren, bringt viel Kraft und Eleganz mit, das passt gut zu mir. Es pusht ihn ungemein, dass er mit mir synchron springen kann.