28. Dezember 2020 / 17:04 Uhr

Weghorst, Bruma und Co.: So steht's um Wolfsburgs mögliche Winter-Abschiede

Weghorst, Bruma und Co.: So steht's um Wolfsburgs mögliche Winter-Abschiede

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Winter-Themen: Omar Marmoush, Wout Weghorst, Jeffrey Bruma und Yannick Gerhard (v. l.).
Winter-Themen: Omar Marmoush, Wout Weghorst, Jeffrey Bruma und Yannick Gerhard (v. l.). © Boris Baschin
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Am Samstag öffnet das Transferfenster, bis zum 1. Februar können die Klubs der Bundesliga dann Spieler verpflichten. Der VfL Wolfsburg würde gern Profis abgeben - aber das gestaltet sich weiterhin schwierig.

Kaum ist Weihnachten vorbei, da geht der Bundesliga-Fußball schon wieder los. Beim VfL Wolfsburg gab's am Montag den ersten Test nach der Festtags-Pause, am Dienstag stehen zwei Trainingseinheiten an, und am Sonntag geht's mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund (15.30 Uhr) weiter. Einen Tag vor der Partie beim BVB öffnet sich das Winter-Transferfenster. Bis zum 1. Februar können die Klubs Spieler verpflichten - das allerdings hat der VfL nicht vor. Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer würden den Kader eher gern verkleinern.

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Nicht auf der Verkaufsliste steht Wout Weghorst, auch wenn es um den Angreifer immer wieder Wechselgerüchte gibt. Bietet ein Klub zwischen 30 und 40 Millionen Euro, sind die Wolfsburger gesprächsbereit. Danach sieht es im Winter-Transferfenster nicht aus. Und der Torjäger will auch gar nicht schnell weg: "Generell sind die Winter-Transferperioden nicht der beste Moment, um zu wechseln", sagte er dem SPORTBUZZER. "Ich habe oft genug gesagt: Ich fühle mich hier super-wohl und erfahre eine große Wertschätzung. Und daran hat sich nichts verändert." Im Sommer dürfte das Thema allerdings wieder heiß werden.

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Die besten Wintertransfers des VfL ©

Im Sommer sicher weg sind Jeffrey Bruma und Yunus Malli, denn das ihre dann auslaufenden Verträge nicht verlängert werden, steht bereits fest. Bruma durfte sich beim Pokalspiel am Tag vor Heiligabend noch einmal zeigen, rutsche wegen der Personal- und Corona-Not ins Team. "Er hat das sehr ordentlich und sehr zuverlässig gelöst", lobt Sportdirektor Schäfer. Und obwohl er zuvor sportlich keine Rolle spielte, verhält er sich ordentlich: "Er lässt sich nie etwas zu Schulden kommen und ist auch in der Kabine gut gelaunt.“ Auch Trainer Oliver Glasner verteilte Komplimente: "Für Jeff war es sehr schwierig. Er war noch gar nie im Kader. Aber er verhält sich im Training sehr professionell und gibt sein Bestes.“ Was nichts daran ändert, dass der VfL ihn gern abgeben würde. Schäfer: „Sollte irgendwas auf den Tisch kommen, werden wir uns mit diesem Thema beschäftigen.“

Das gilt auch für Malli, der wie Bruma einen einzigen Startelf-Einsatz in der bisherigen Saison hatte (am zweiten Spieltag in Freiburg), dazu kamen zwei Kurzeinsätze. Beide gehören zu den Top-Verdienern im Kader, müssten bei einem Wechsel für ein halbes Jahr Gehaltseinbußen in Kauf nehmen - wenn sich denn überhaupt ein Interessent findet. Das ist schwierig, zumal "der Markt für alle auf der Einnahmenseite wegen Corona kompliziert ist", so VfL-Manager Schmadtke.

Auch bei Yannick Gerhardt bahnt sich ein Sommer-Wechsel an, denn der Mittelfeldmann war bisher nicht bereit, ein VfL-Angebot zur Vertragsverlängerung zu diskutieren und hat sich stattdessen Bedenkzeit erbeten. Sollte sich das im Laufe des Januars nicht ändern, würden Schmadtke und Schäfer auch über einen sofortigen Abschied reden. Zuletzt war der Ex-Kölner nach den Ausfällen von Maximilian Arnold und Xaver Schlager wieder erste Wahl, überzeugte bei seinen Einsätzen in der Liga gegen Stuttgart und im Pokal gegen Sandhausen. Sein Berater Stephan Engels hatte bereits im November erklärt, dass im Falle einer ausbleibenden Vertragsverlängerung ein Wechsel aber eher im Sommer angestrebt wird. Aus seiner Sicht sinnvoll - denn ein Wechsel ohne Ablöse wirkt sich in der Regel finanziell positiv für den Spieler aus.

Deutlich wahrscheinlicher als ein Winter-Abschied von Weghorst, Gerhardt, Malli oder Bruma ist eine Winter-Leihe von Omar Marmoush. Der ägyptische Angreifer gehört seit diesem Jahr fest zum Kader der Wolfsburger Profis, kam aber in der Bundesliga nur zu einem Mini-Einsatz (Einwechselung in der Schlussminute beim 2:2 in Köln). Im Sommer hatte der VfL den Vertrag des 21-Jährigen bis 2023 verlängert, Spielpraxis könnte er nun womöglich anderswo bekommen. Im Oktober, kurz vor Ende der Sommer-Transferperiode, wollte der Linzer ASK Marmoush nach Österreich locken, mittlerweile aber soll das Interesse des Ex-Glasner-Klubs abgekühlt sein. Dafür haben mittlerweile andere Klubs aus dem Ausland und aus der deutschen 2. Liga ihre Fühler ausgestreckt.


Sollte ein Spieler den VfL verlassen, soll nach jetzigem Stand der freie Platz im Kader nicht aufgefüllt werden. Manager Schmadtke lässt sich allerdings ein kleines Hintertürchen offen: "Ich gehe davon aus, dass wir nicht nachfassen müssen. Was nicht heißt, dass wir nicht nachfassen werden, wenn sich etwas Tolles ergibt. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering." Zumal sich Corona auch auf die Finanzplanungen des VfL auswirkt. "Momentan", das hatte Finanz-Geschäftsführer Tim Schumacher gerade erst im SPORTBUZZER-Interview erklärt, "ist nicht alles machbar.“ Vergrößert er den Kader nicht, würde der VfL erst zum zweiten Mal in seiner Bundesliga-Geschichte (nach 2005) ohne Winter-Einkauf bleiben.