23. Oktober 2021 / 08:23 Uhr

Wie Dynamo Dresden Schalkes Knipser Simon Terodde auszuschalten hofft

Wie Dynamo Dresden Schalkes Knipser Simon Terodde auszuschalten hofft

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Gelingt es Dynamo Dresden Schalkes Stürmer Simon Terodde zu stoppen?
Gelingt es Dynamo Dresden Schalkes Stürmer Simon Terodde zu stoppen? © dpa
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Der Torjäger der Gelsenkirchener ist auch mit 33 Jahren nur schwer zu bremsen, doch die Schwarz-Gelben wollen es am Abend in der Veltins-Arena mit allen erlaubten Mitteln versuchen.

Dresden. Den 10. November 2018 haben die Fans von Dynamo Dresden noch in unguter Erinnerung. An diesem Tag wollten sie ein Fußballfest in Köln-Müngersdorf feiern, aber am Ende feierten nur die Anhänger und Spieler des 1. FC Köln. 1:8 verloren die Dresdner, die damals von Maik Walpurgis an der Seitenlinie betreut wurden und nach dem Schlusspfiff nicht mehr richtig wussten, was da eigentlich vorgefallen war. Es ist bis heute die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte. Einer, der damals den Sachsen richtig weh tat, ist Simon Terodde. Drei “Buden” machte der gebürtige Bocholter für die Geißbock-Elf und untermauerte einmal mehr seinen Ruf als Top-Torjäger der 2. Bundesliga. War er damals “nur” der beste aktive Torschütze im Unterhaus, so kann er an diesem Sonnabend als Mittelstürmer von Schalke 04 im Heimspiel gegen Dynamo (20.30 Uhr/Sky und Sport 1 live) auch alleiniger Rekordhalter und somit bester Zweitliga-Torschütze aller Zeiten werden, wenn er mit einem Tor Noch-Mit-Rekordhalter Dieter Schatzschneider übertrifft.

Die Dresdner gönnen dem 33 Jahre alten Musterprofi, der im Sommer vom Hamburger SV nach Gelsenkirchen wechselte, den alleinigen Rekord. Aber sie sind der Meinung, dass sich Terodde die Bestmarke von dann 154 Treffern in der 2. Bundesliga auch noch später sichern kann. An diesem Samstagabend, auch noch am Geburtstag ihres Trainers Alexander Schmidt, wollen sie Terodde von dem abhalten, was der am besten kann. Sie möchten den Knipser vom Dienst, der in den ersten zehn Ligaspielen elf Tore geschossen hat, abklemmen. Jeder im Lager der Schwarz-Gelben ist sich bewusst, dass man Terodde ausschalten muss, wenn man vor 56.617 Zuschauern in der Veltins-Arena eine Chance haben will. Dynamo-Coach Schmidt weiß: “Simon Terodde ist im Moment der herausragende Spieler bei Schalke, aber er muss auch bedient werden.” Deshalb müsse man Zuspiele in jedweder Form auf den Goalgetter der “Knappen” unterbinden, wann immer das geht. Terodde brauche nicht viele Chancen, um zu treffen. Jede Chance für ihn sei eine zu viel, machte der Dresdner Trainer klar.

Alexander Schmidt über die Stärken der Schalker

Der heute 53 Jahre alt gewordene Coach, der am Freitagabend mit seiner Mannschaft per Flugzeug in Richtung Ruhgebiet aufgebrochen war, warnte aber davor, den FC Schalke als FC Terodde abzuqualifizieren. Schmidt ist darüber im Bilde, dass die Königsblauen viele gute Spieler bin ihren Reihen haben, nicht nur von ihrem Superstar Terodde leben: “Das ist eine sehr zweikampfstarke Mannschaft, die sehr gut verteidigt, hart verteidigt, bei Standards gut ist.” Die Schalker arbeiteten konsequent gegen den Ball, könnten dann ihren 1,92 Meter großen Mittelstürmer gut vorn in Szene setzen: “Sie haben 17 Tore erzielt, 16 davon im Strafraum.” Daraus folgt für Schmidt, “dass wir sie gar nicht erst in solche Situationen kommen lassen dürfen”. Schalke habe vielleicht nicht die schnellsten Angreifer, aber welche, die “in der Box” eiskalt sind.

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Auf Terodde ist meist Verlass, aber auch ohne ein Tor von ihm können die Profis von Trainer Dimitrios Grammozis in der neuen Liga Spiele gewinnen - wie zuletzt beim 1:0 in Hannover geschehen. Da traf mit Marcin Kaminski ein Abwehrspieler in der 95. Minute zum Sieg für die Gäste aus dem “Pott”. Ein Szenario, das Dynamo am Abend auch nicht unbedingt nacherleben möchte - Terodde hin oder her.