20. Januar 2021 / 14:42 Uhr

Wie weiter mit der Oberliga Süd? Für Eilenburg, Inter Leipzig und Grimma wird Re-Start zur Wundertüte

Wie weiter mit der Oberliga Süd? Für Eilenburg, Inter Leipzig und Grimma wird Re-Start zur Wundertüte

Susan Stephan und Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Oberliga
Wann die Trainer Nico Knaubel (l.) und Zoran Levnaic wieder mit ihren Mannschaften trainieren können, steht noch nicht fest. © Susann Stephan/Christian Modla
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Die Saison in der Oberliga Süd soll zu Ende gespielt werden, eine Annullierung wird es nur im Ausnahmefall geben. Ein mögliches Konzept für eine sportliche Lösung könnte die Hinrundenwertung sein. Auch eine Rückkehr der Fans in die Stadien ist vorstellbar. Wann aber der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, steht noch nicht fest. FC Eilenburgs Präsident Tänzer rechnet mit einem Re-Start Ende März.

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Leipzig/Eilenburg. Die Oberliga Süd steht still – und dennoch kommt Bewegung rein. Der Nordostdeutsche Fußballverband strebt eine sportliche Lösung in der Auf- und Abstiegsfrage an. Heißt auch: Die Saison soll zu Ende gespielt werden. Eine Annullierung wird es nur im äußersten Ausnahmefall geben, so die einhellige Meinung der Mannschaften. Doch dafür muss überhaupt erst einmal wieder begonnen werden.

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„Das Problem ist natürlich, dass wir alle diesen Termin noch nicht kennen“, sagt Inter Leipzigs Geschäftsführer Holger Herzberg. „Wir werden sicher froh sein, wenn die erste Halbserie überhaupt noch zu Ende gespielt werden kann.“

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„Ich halte als frühesten Start Ende März/Anfang April für realistisch“, sagte Eilenburgs Präsident Steffen Tänzer am Dienstag. So oder so ähnlich dürften es auch die Entscheidungsträger beim Verband sehen, deshalb wurde bei der ersten Tagung der AG „Fortführung des Spielbetriebes“ auch eine Wertung nach der Hinrunde favorisiert. Das würde bedeuten, dass maximal noch acht Spieltage zu absolvieren sind. Der FCE hätte gar nur noch sieben Spiele. Diese wären bis zum 30. Juni 2021 – hier soll die Saison beendet sein – auch ohne Spiele in der Woche problemlos möglich.



Überwindung und eine gute App

Die Hinrundenwertung schmeckt nicht allen. Insbesondere die Kellerkinder sehen ihre Chancen schwinden. „Es wird nicht funktionieren, allen alles recht zu machen“, so Tänzer. Der FC Eilenburg könnte mit dieser Entscheidung gut leben. Die Mannschaft von Nico Knaubel führt die Tabelle vor den punktgleichen Hallensern an, hat aber ein extremes Restprogramm mit Topspielen gegen Rot-Weiß Erfurt, Grimma oder Inter Leipzig.

Bei Wiederanpfiff ist die Leistungsstärke ohnehin eine große Wundertüte. Wer am besten aus den Startlöchern kommt, entscheidet sich auch aktuell und gipfelt in den Fragen: Wer überwindet den inneren Schweinehunde und dreht intensive Laufrunden mit Steigerungsläufen und Intervalltraining? Wer macht Kraft-Workout und Techniktraining? Für all das braucht man keinen Mitspieler und auch keinen Trainer, nur Überwindung und eine gute App.

Inter hat noch Pokal-Hit vor der Brust

Knaubel und sein Trainerteam haben zwar mit Trainingsplänen vorgesorgt, wie gut diese umgesetzt wurden, wird sich zum Trainingsauftakt zeigen. Wann dieser erfolgt, ist allerdings nach wie vor offen. Vor dem 14. Februar wird sich nichts drehen, bleiben die Türen im Ilburg-Stadion für alle zu. Der verlängerte Lockdown ist seit Dienstag beschlossene Sache. Zuvor legte der NOFV bereits fest, nicht vor dem 28. Februar den Spielbetrieb aufzunehmen und allen Vereinen vor dem ersten Spiel 2021 mindestens vier Wochen Trainingszeit zu gewähren.

Spätestens Anfang bis Mitte April müssten die Teams wieder trainieren dürfen, wenn dies vom Verband festgelegte Zeitschiene funktionieren soll. Der FC Inter hat beispielsweise zudem noch das attraktive Achtelfinal-Landespokalmatch gegen Drittliga-Spitzenreiter Dynamo Dresden auszutragen. „Auf diese Herausforderung freuen wir uns sehr, auch wenn wir weder wissen, wann noch wo wir gegen Dynamo spielen können“, betont Herzberg. Damit, dass dabei höchstwahrscheinlich keine Zuschauer zugegen sein dürfen, hat er sich fast schon abgefunden: „Da werden wir wohl keine Wahl haben. Die Vorbereitung der Partie wird auf jeden Fall kompliziert, für uns aber ein absoluter Höhepunkt.“

Problem: Geisterspiele

Auch der Punkt Fans im Stadion ist bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs ein wesentlicher. Meisterschaftsspiele ohne Zuschauer sollten auf ein Minimum reduziert werden, sind aber dennoch möglich, heißt es dazu in der Erklärung des NOFV. Alles ist möglich, nichts könnte. Tänzer nimmt es pragmatisch. „Wenn wir in vier von sieben Spielen mit Zuschauern spielen dürfen, müssen wir bei drei Spielen in den sauren Apfel beißen, aber besser so, als kein sportliches Saisonende.“

Beim FC Grimma möchten die Verantwortlich in diesem Punkt nicht diskutieren. "Wir gehen im Großen und Ganzen mit den formulierten Grundsätzen mit, sehen aber in der Fortführung der Saison ohne Zuschauer keine Alternative", so der Vorsitzende, Daniel Kurzbach. Käme es am Ende so, würde man es als einen Eingriff in die finanziellen Belange des Vereins betrachten. "Ich sehe ganz grundsätzlich den Amateurfußball in der aktuellen Situation als Spielball zwischen der Politik und dem NOFV", so Kurzbach. Es wäre wünschenswert, wenn der DFB dem Amateurfußball finanziell unter die Arme greifen würde, aber eine entsprechende Anfrage sei bereits negativ beschieden worden. "Und ich glaube auch nicht wirklich daran."

Problem bei den Geisterspielen sind die Kosten. Der NOFV wird an den Spieltagsabgaben der Vereine festhalten. Das sind auch bei Geisterspielen 100 Euro. Auch die Schiedsrichter müssen bezahlt werden. Zur Kostenminimierung hob der NOFV das Territorialprinzip auf. Schiedsrichter aus Sachsen dürfen jetzt auch sächsische Mannschaften pfeifen. Die geplante Erhöhung der Schiedsrichter-Gebühren wurde dagegen verschoben, die Referees bekommen also so viel Geld wie vor der Corona-Krise und müssen anders als Verband und Vereine keine Abstriche machen.

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