11. August 2021 / 17:30 Uhr

Wieder der rechte Fuß: Aber Wolfsburgs Otavio hofft auf schnelleres Comeback

Wieder der rechte Fuß: Aber Wolfsburgs Otavio hofft auf schnelleres Comeback

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fehlt dem VfL noch einige Wochen: Linksverteidiger Paulo Otavio zog sich gegen Atletico Madrid eine Sprunggelenkverletzung zu.
Fehlt dem VfL noch einige Wochen: Linksverteidiger Paulo Otavio zog sich gegen Atletico Madrid eine Sprunggelenkverletzung zu. © Boris Baschin (1) / dpa (1)
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Paulo Otavio wird dem VfL Wolfsburg wegen einer Sprunggelenkverletzung noch einige Wochen fehlen. Doch es geht ihm schon besser, und es hilft ihm, dass er vor gar nicht allzu langer Zeit am selben Fuß eine ähnliche Verletzung erlitten hatte.

Eigentlich ist er eine Frohnatur, doch nach dem letzten Testspiel der Vorbereitung gegen Atletico Madrid (1:2) war VfL-Profi Paulo Otavio gar nicht zum Lachen zumute. Früh in der Partie musste der Linksverteidiger ausgewechselt werden, er zog sich eine Sprunggelenkverletzung zu und wird dem Wolfsburger Fußball-Bundesligisten nicht nur beim Liga-Start am Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfL Bochum, sondern auch darüber hinaus noch einige Wochen fehlen. Was ihm neben seiner Familie in der schweren Zeit hilft: Der Brasilianer hatte sich erst vor eineinhalb Jahren eine ähnliche Verletzung ebenfalls am rechten Fuß zugezogen und weiß nun, besser damit umzugehen.

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Nach einem Zweikampf mit Atleticos Rodrigo Riquelme war Otavio mit deutlich schmerzverzerrtem Gesicht liegen geblieben, Josuha Guilavogui musste ihn trösten, ehe Wolfsburgs Nummer 6 nach einer Behandlungspause mit bandagiertem Knie vom Platz geführt wurde. "Ich habe die Szene nur dreimal gesehen und möchte daran gar nicht mehr denken, aber in dem Moment hat es sehr wehgetan", beschreibt der VfLer den bitteren Augenblick. Zunächst hatte es nach einer Knieverletzung ausgesehen, der erste Griff der Teamärzte ging in die Kniekehle. Otavio befürchtete Schlimmstes, dachte an einen Kreuzbandriss. "Das Knie hat wirklich wehgetan", so der Außenverteidiger. Aber: "Als wir in der Kabine waren, hat der Mannschaftsarzt mein Knie stabilisiert. Dann hat es nicht mehr wehgetan, sondern im Sprunggelenk."

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Es war wieder der rechte Fuß, wie schon im Mai 2020, als sich Otavio im Training ohne Fremdeinwirkung am Sprunggelenk verletzt hatte. "Das, was damals passiert ist, hat mir für jetzt geholfen", sagt der Brasilianer und erklärt auch, warum: "Das war damals eine ganz neue Situation für mich. Es war ähnlich wie jetzt, ich konnte den Fuß nicht bewegen, nicht laufen. Bei jeder anderen Verletzung, die ich bisher hatte, konnte ich wenigstens Fahrrad fahren. Das hat mich im Kopf starkgemacht."

Via Twitter hatte sich Otavio nach der Verletzung vor eineinhalb Wochen selbst Mut zugesprochen. "Ich glaube, dass alles aus einem Grund passiert. Ich weiß noch nicht, was los ist. Aber wir bleiben positiv", hatte er damals gepostet. Dann aber auch wirklich positiv zu bleiben, fiel ihm zunächst gar nicht so leicht. "Die ersten zwei Tage war es ein bisschen schwer zu verstehen, warum das ausgerechnet mir passiert ist, warum genau jetzt. Aber jetzt sehe ich das Glas halb voll", sagt Otavio, der jeden Tag dafür betet, "dass Gott für mich da ist".

Inzwischen geht's Otavio schon wieder besser, er kann wieder lachen, schaut optimistisch in die Zukunft. "Ich habe keine Schmerzen mehr", so der Linksfuß. Dennoch werde es "noch dauern, bis ich wieder fit bin, das nervt mich". Geduld ist gefragt, wenngleich der VfLer am liebsten sofort wieder mit den Teamkollegen auf dem Rasen stehen würde. Doch das geht nicht, auch wenn im Verein alles dafür getan wird, "damit der Fuß wieder besser wird". Bis er wieder mitwirken kann, wird aber noch Zeit vergehen. "Wenn wir die Verletzung vom letzten Mal nehmen, hat es drei Monate gedauert. Da es aber das gleiche Sprunggelenk ist, hoffe ich, dass es diesmal vielleicht etwas schneller geht", so Otavio.

Den ersten Spieltag in der Champions League wird der VfLer aber wohl verpassen, der steigt am 14./15. September (Auslosung am 26. August) - daran hat Otavio erst gar nicht gedacht. "Meine Mutter hat mich dann gefragt, ob ich den Champions-League-Auftakt verpassen will. Und ich habe gesagt: Nein, ich werde alles dafür tun, dabei zu sein", sagt der Profi. Das aber könnte eng werden. Definitiv fehlen wird Otavio am Samstag gegen Bochum. Der Wolfsburger: "Es wird ein enges Spiel mit vielen Zweikämpfen. Ich bin überzeugt, dass die Jungs alles geben, um die drei Punkte zu holen."