09. Dezember 2022 / 12:33 Uhr

Kommentar zum Viertelfinale: Warum die Weltmeisterschaft in Katar jetzt richtig losgeht

Kommentar zum Viertelfinale: Warum die Weltmeisterschaft in Katar jetzt richtig losgeht

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei der WM geht es jetzt erst so richtig los, meint Hendrik Buchheister.
Bei der WM geht es jetzt erst so richtig los, meint Hendrik Buchheister. © Getty Images/IMAGO/Kyodo News (Montage)
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Zumindest sportlich hat die umstrittene WM in Katar durchaus ihren Reiz. Vor dem am Freitag beginnenden Viertelfinale erklärt SPORTBUZZER-Reporter Hendrik Buchheister, warum das Turnier jetzt richtig an Fahrt aufnimmt. 

Fast drei Wochen dauert die Weltmeisterschaft in Katar schon an. 56 der 64 Spiele sind gespielt, das Turnier hat einige denkwürdige Momente produziert. Beispiele sind der Sensationssieg Saudi-Arabiens gegen Argentinien oder Deutschlands Scheitern in der Vorrunde. Das alles war aber nur das Warm-Up, die Ouvertüre. So richtig beginnt das Turnier erst jetzt – mit den Viertelfinals.

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Bislang war es schwierig, einen Favoriten auszumachen. Verschiedene Faktoren sprechen für verschiedene Mannschaften. Brasilien hat enorme Qualität in der Offensive, Argentinien hat Lionel Messi, Frankreich Kylian Mbappé, die Niederlande Louis van Gaal. England spielt erstaunlich souverän, selbst Portugal ist nicht zu unterschätzen. Es ist unmöglich, den Ausgang der WM seriös vorherzusagen.

Die kommenden Tage werden Klarheit liefern. Sie sind die Zuspitzung einer WM, die so offen ist wie selten. Fußballerisch könnte die umstrittene Veranstaltung in Katar ein Turnier für die Ewigkeit werden. Die Zutaten dafür sind vorhanden.

Unten den verbliebenen acht Teilnehmern sind sechs der größten Nationen im Weltfußball, sieben, wenn man Kroatien dazuzählt – immerhin amtierender Vizeweltmeister. Die achte Mannschaft, Außenseiter Marokko, hat eine erstaunliche Geschichte geschrieben mit dem ersten Einzug eines arabischen Landes ins WM-Viertelfinale. Die Geschichte soll noch nicht vorbei sein.

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Zwei der Spiele in der Vor-Vor-Schlussrunde wären auch gute Finals, nämlich Niederlande gegen Argentinien und England gegen Frankreich. Die anderen beiden Viertelfinals haben ebenfalls ihren Reiz. Brasilien gegen Kroatien ist das Duell des Top-Favoriten gegen den Finalisten der vergangenen WM. Portugal gegen Marokko lebt von der Ungewissheit. Sind die Portugiesen ohne Cristiano Ronaldo plötzlich ernsthafte Anwärter auf den Titel? Oder schafft Marokko die nächste Sensation?

Überall lauern Geschichten. Lionel Messi plant bei seiner letzten WM die Krönung seiner Karriere, der an Krebs erkrankte Louis van Gaal will den Niederlanden in seiner dritten Amtszeit zum ersten Mal den Weltpokal schenken, Brasiliens weiterer Turnierverlauf wird spektakulär – so oder so. Die Mannschaft wird sich entweder zum ersten Titel seit 2002 zaubern oder dramatisch scheitern. Portugals WM wird überschattet von Ronaldos Schwierigkeiten, sich mit dem eigenen Niedergang abzufinden. Es wäre die passende Pointe, wenn er Portugal mit einem Joker-Tor zum Weltmeister machen würde. Auszuschließen ist das nicht.

Überhaupt: Alles ist möglich, wenn die WM mit den Viertelfinals so richtig losgeht.

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