13. Juli 2021 / 21:25 Uhr

Wolfsburg-Keeper Casteels über die Kapitänsbinde: "Habe das immer gern gemacht"

Wolfsburg-Keeper Casteels über die Kapitänsbinde: "Habe das immer gern gemacht"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hat sich mit Corona infiziert: VfL-Kapitän Koen Casteels.
Hat sich mit Corona infiziert: VfL-Kapitän Koen Casteels. © Boris Baschin
Anzeige

Noch vor dem letzten Saisonspiel der vergangenen Spielzeit hatte sich Koen Casteels einer OP unterzogen. Und das sei richtig so gewesen. Denn der Keeper des VfL Wolfsburg ist endlich wieder schmerzfrei. Trägt er in der neuen Saison die Binde?

Im Januar 2015 war Koen Casteels von 1899 Hoffenheim nach Wolfsburg gewechselt, aber zunächst einmal wurde der Torhüter für ein halbes Jahr an Werder Bremen ausgeliehen. Im Sommer 2015 dann startete er in sein erstes komplettes VfL-Jahr. Und wie damals auch, steht der VfL nun vor einer Saison mit Fußball-Bundesliga, Pokal und Champions League. Heißt: Auf Casteels und Co. warten viele Spiele. In die geht die unumstrittene Nummer 1 „schmerzfrei“ - und möglicherweise mit der Binde am Arm.

Casteels, einer der besten Bundesliga-Torhüter, ist beim VfL längst ein Führungsspieler. Sein Wort hat Gewicht. Auf und neben dem Platz. In der vergangenen Saison hatte er sehr häufig die Binde getragen, weil Kapitän Josuha Guilavogui unter Ex-VfL-Trainer Oliver Glasner (jetzt Eintracht Frankfurt) seinen Stammplatz verloren hatte. Und Guilavogui selbst hatte die Wolfsburger Nummer 1 neben Maximilian Arnold als Kandidaten für die Binde genannt.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Was sagt Casteels dazu? „Ich glaube, der Trainer hat gesagt: er entscheidet. Ich bin da entspannt“, sagt der stets besonnene Torhüter. „Es stimmt, dass ich die Binde im letzten Jahr oft getragen habe, weil Josh etwas weniger gespielt hat.“ Kapitänsamt hin oder her - „ich habe das immer gern gemacht, aber ich würde mich nicht anders verhalten als ich es normal auch mache. Ich denke nicht, dass diese Binde etwas ausmacht, ein besonderer Spieler zu sein.“ Heißt: Casteels sagt auch ohne Binde, wenn ihm etwas nicht passt.

Anzeige

Der nach SPORTBUZZER-Noten beste VfLer der vergangenen Saison hatte sich noch vorm letzten Liga-Spiel einem Eingriff unterzogen. Dem Torhüter sind nach seinem Haarriss im Wadenbein im September 2019 eine kleine Platte samt sechs Schrauben bei einer OP entfernt worden. Deswegen war er nicht mit zur EM gereist. Am Samstag beim 0:3 gegen Rostock hatte Casteels erstmals wieder gespielt. Beschwerdefrei. „Eineinhalb Jahre mit diesem Schmerz immer wieder aufzustehen – es war richtig, es jetzt zu machen“, so Casteels über die OP.

Gerade Richtung Ende der vergangenen Saison waren die Schmerzen so groß, sodass der Belgier Schmerztabletten hatte nehmen müssen. Und so war rasch für ihn klar, dass es diese OP so schnell wie möglich braucht. Jetzt ist die Platte raus, und er geht nicht nur schmerzfrei, sondern auch gut vorbereitet in diese Vorbereitung. Einen großen Anteil daran hat sein Bruder, der Physiotherapeut und Reha-Trainer ist. Als es Casteels ein paar Tage nach dem Eingriff wieder besser ging, waren für den Keeper und seine Familie noch ein paar Tage Urlaub drin, sein Bruder flog mit, aber nicht, um sich auf die faule Haut zu legen. Casteels: „Wir haben jeden Morgen trainiert.“

Trainiert für eine intensive Saison, die den VfL-Profis bevorsteht. Es geht darum, das Erreichte zu bestätigen. „Erneut oben mitzuspielen, das wird keine leichte Aufgabe für uns“, sagt Casteels. „Ich hoffe, dass alle Jungs schnell wieder zurückkommen, damit wir uns etwa im Mannschafts-taktischen Bereich weiter verbessern können.“ Der Keeper denkt da an die VfL-EM-Fahrer, die in der nächsten Woche nach und nach wieder einsteigen werden.


Casteels weiß, dass in der neuen Runde weniger Zeit vorhanden sein wird, um sich auf den jeweiligen Gegner vorbereiten zu können. „Im letzten Jahr hatten wir fast immer eine ganze Woche, um uns auf ein Spiel vorzubereiten, jetzt hast du vielleicht einen Tag.“ Aber: „Wir klagen nicht.“ Man habe im vergangenen Jahr „viel investiert“, um in die Champions League kommen zu können. Jetzt habe man mit Liga, Pokal und Königsklasse „eine neue Situation - aber eine, über die wir uns alle freuen".