09. Mai 2021 / 21:49 Uhr

Wolfsburg siegt, Frankfurt patzt: Jetzt reicht dem VfL ein Sieg für die Champions League!

Wolfsburg siegt, Frankfurt patzt: Jetzt reicht dem VfL ein Sieg für die Champions League!

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Auf dem Weg in die Champions League: Trainer Oliver Glasner und der VfL.
Auf dem Weg in die Champions League: Trainer Oliver Glasner und der VfL. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Der VfL Wolfsburg ist nach dem 3:0 gegen Union Berlin der Champions League nähergekommen - auch, weil Eintracht Frankfurt am Sonntag Punkte liegen ließ.

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Jetzt ist die Champions League für den VfL zum Greifen nah! Während der Wolfsburger Fußball-Bundesligist seine Aufgabe am Samstag durch einen Dreierpack von Josip Brekalo beim 3:0 (1:0) gegen Union Berlin bravurös gelöst hat, ließ Verfolger Eintracht Frankfurt einen Tag darauf wichtige Zähler im Kampf um die Königsklasse liegen, spielte gegen Mainz 05 nur 1:1, rutschte zwei Spieltage vor Schluss sogar auf Europa-League-Rang fünf ab. Doch davon lässt sich beim VfL niemand beirren, der Blick richtet sich nur aufs eigene Team.

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Durch den Sieg gegen die Köpenicker steht der VfL jetzt bei satten 60 Punkten - so viele (oder mehr) haben die Wolfsburger in ihrer 24-jährigen Bundesliga-Historie erst dreimal geholt. Das war in der Meistersaison 2008/09 (69), in der Vizemeister-Saison 2014/15 (69) sowie in der Spielzeit 2013/14 (60). "Das geht vielleicht etwas über das hinaus, was wir uns zu Saisonbeginn vorgenommen haben", gibt VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer zu. Aber das sei "eine Bestätigung für die harte Arbeit, die die Mannschaft täglich und an den Wochenenden leistet".

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So war es auch am Samstag, als der VfL gegen Union "von der ersten bis zur letzten Minute fokussiert" war, wie Schäfer fand. Und treffsicher waren die Wolfsburger noch dazu, genauer gesagt Brekalo, der seinen ersten Dreierpack seiner Karriere schnürte. Nach zwölf Minuten hatte er den Ball nach Pass von Ridle Baku aus 20 Metern in den Winkel genagelt, nach einer Stunde legte der Flügelspieler mit etwas Glück und unter Mithilfe von Ex-VfLer Christian Gentner (fälschte den Ball ab) nach, und kurz vor Schluss traf der Kroate im Nachschuss. "Das Einzige, was man uns ankreiden kann, ist, dass wir die eine oder andere Chance ausgelassen haben. Aber ansonsten war es ein total souveräner Auftritt", sagt Schäfer und meinte damit wohl unter anderem wohl die Versuche von Wout Weghorst und Maximilian Philipp.



Die vergebenen Chancen spielten anschließend aber keine Rolle mehr, wichtig waren die drei Punkte, die den VfL jetzt die 60-Zähler-Marke knacken ließen. Das sei "schon etwas Außergewöhnliches", wie Schäfer findet, "aber wir sind noch nicht am Ende". Zwei Spiele hat der VfL noch vor der Brust, am Sonntag (20.30 Uhr) bei RB Leipzig und zum Abschluss eine Woche später gegen Mainz 05. Aber im Rennen um die beiden letzten Champions-League-Plätze (aus dem sich Leverkusen durch das 0:0 in Bremen endgültig verabschiedet hat) haben die Wolfsburger als Tabellendritter weiter die Führungsrolle.

Und die Situation hat sich durch das 1:1 der Frankfurter sogar noch verbessert. Drei Punkte liegt der VfL nun vor der Eintracht (spielt noch bei Schalke und gegen Freiburg), bei einem um zehn Treffer besseren Torverhältnis. Heißt: Gewinnen die Wolfsburger eines ihrer letzten beiden Spiele, ist ihnen die Champions League eigentlich nicht mehr zu nehmen. Schäfer ließ das Resultat der Konkurrenz kalt, gejubelt habe er nicht. "Wir schauen nur auf uns. Wenn man hinten dran ist, muss man hoffen und die Daumen drücken, aber das müssen wir gar nicht. Wir brauchen nicht auf die anderen zu schauen." Stattdessen könne das Team "die Aufgaben mit breiter Brust angehen". So sieht es auch VfL-Trainer Oliver Glasner: "Ich habe den Spielern gesagt, dass ich keinen großen Druck sehe. Alles, was jetzt kommt, ist Zubrot."

Der Einzug in die Königsklasse kann also schon in Leipzig perfekt gemacht werden - drei Tage, nachdem RB im Pokalfinale wieder auf den BVB trifft. Am Samstag hatte sich die Borussia kurz vor Schluss mit 3:2 durchgesetzt und blieb dem VfL damit auf den Fersen (58 Punkte). Am Donnerstag hofft VfL-Sachse Maximilian Arnold auf einen sächsischen Pokal-Sieg, nicht nur aus regionaler Verbundenheit. "Es wäre schon ganz gut, wenn die gewinnen und ordentlich feiern. Ich würde auch was spendieren - aber ich glaube, mit Getränken haben die da keine Probleme..." Und etwas ernsthafter fügte der Mittelfeldspieler hinzu: "Wir fahren da hin und müssen unsere Aufgaben erledigen - egal, wie das Finale am Donnerstag ausgeht."

Der VfL in der Champions League - das klingt gut. Dass Glasner den Gang in die Königsklasse als Wolfsburg-Trainer angeht, ist nahezu ausgeschlossen, eine Trennung im Sommer gilt als sicher. Stattdessen ist er nach wie vor ein heißer Kandidat in Frankfurt (Adi Hütter wechselt nach Gladbach). Äußern wollte er sich zu den Gerüchten nach Spielschluss nicht. "Wir können über viele Spieler sprechen, die eine super Leistung gezeigt haben. Sie haben es verdient, im Mittelpunkt zu stehen und nicht ich. Ich war eine Randnotiz." Neuerdings wird auch Weltstar Raul als Trainerkandidat in der hessischen Landeshauptstadt gehandelt. Und was passiert dann in Wolfsburg? Das ist offen. Am Samstag saß Stefan Kuntz neben VfL-Manager Jörg Schmadtke auf der Tribüne, beide verstehen sich gut, lachten zusammen, doch der deutsche U21-Nationaltrainer wird TV-Experte in der ARD. Ein anderer Kandidat ist Dortmunds Edin Terzic. Alles Spekulationen, von denen sich der VfL nicht beirren lässt. Schäfer deutlich: "Die Mannschaft ist klar in dem, was sie tut und was sie erreichen will. Und sie lässt sich nicht durch Dinge von außen von ihrem Weg abbringen. Das freut mich sehr."

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