09. September 2021 / 21:28 Uhr

Wolfsburg-Talent Lang: Spielen darf er nur in der Youth League

Wolfsburg-Talent Lang: Spielen darf er nur in der Youth League

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
17 U-Länderspiele: Wolfsburg-Talent Jannis Lang.
17 U-Länderspiele: Wolfsburg-Talent Jannis Lang. © Roland Hermstein
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Fast alle Fußballer aus der alten U23 des VfL Wolfsburg sind weg: Nur Verteidiger Jannis Lang ist noch da – zumindest bis zum Winter.

Nach Hamburg, nach Österreich, nach Berlin - so nach und nach haben alle Spieler aus dem aufgelösten U23-Kader des VfL Wolfsburg in den letzten Monaten neue Klubs gefunden. Nur zwei sind noch da: Anselmo Garcia MacNulty und Jannis Lang. Doch während MacNulty, Jahrgang 2003, in dieser Saison noch für die U19 des VfL spielberechtigt ist, ist Lang (19) dafür zu alt. Heißt: "Normale" Punktspiele gibt es für das Verteidiger-Talent nicht - dafür freut er sich um so mehr auf die Youth League, die am Dienstag mit der Partie in Lille beginnt.

Denn im A-Jugend-Wettbewerb der UEFA gelten andere Altersregelungen - gut für Lang. "In der vergangenen Saison gab es ja wegen Corona fast keine Spiele, von daher sind sechs Pflichtspiele jetzt schon ein Schritt nach vorn“, sagt er schmunzelnd. AAber ist das auch genug? Auch bei Lang gab es die Überlegung, vielleicht per Leihe zu wechseln, der VfL-Kooperationspartner St. Pölten in Österreich hätte eine Option sein können. "Aber ich mag die Nähe zu meiner Heimat", so der gebürtige Potsdamer. "Das wäre irgendwie noch nicht der richtige Schritt gewesen."

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Andere Optionen hat er in enger Abstimmung mit VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer geprüft, nichts hat wirklich gepasst. "Es war auch nicht leicht", so Lang, "wenn man über so viele Monate kaum Spiele hat, in denen man sich zeigen kann. Jetzt ist die Youth League vielleicht auch das richtige Schaufenster, womöglich ergibt sich dadurch im Winter etwas." Und die internationalen Spiele seien auch für sich ein Erlebnis: "Mit dem Flugzeug zum Spiel, das ist für mich auch mal was Neues."

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Lang trainiert bei den Profis, steckt mitten in einer Art Umschulung vom Innen- zum Rechtsverteidiger. "Das habe ich in der U17 des DFB mal gespielt. Und da wir ja einige Innenverteidiger haben, werde ich im Training meistens rechts eingesetzt." Angefangen hatte alles im Landkreis Potsdam bei der SG Geltow, über die Potsdamer Kickers ging es in die Jugend von Energie Cottbus, wo sein Abwehrtalent auffiel - auch dem VfL, der ihn mit 15 nach Wolfsburg holte. 17 U-Länderspiele hat er absolviert, Anfang des Jahres unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. "Ich wusste, dass der Verein auf mich setzt", erzählt er, "von daher war der Schock nicht so groß, als es hieß, die U23 wird aufgelöst."

Im Frühjahr machte Lang an der Wolfsburger Eichendorffschule sein Abitur (Leistungskurse Sport, Bio und Mathe), jetzt konzentriert er sich ganz auf den Fußball. "Es ist leichter, wenn ich den Fokus darauf richten kann", sagt er, "und nicht immer daran denken muss, was noch für die Schule zu tun wäre." Das Ziel bleibt der Profifußball, dass das im ambitionierten Wolfsburger Kader schwierig werden kann, ist ihm klar: "Es geht dann schon irgendwie nur über Spielpraxis, gerade in meinem Alter."

Und wenn es die beim VfL über die Youth League hinaus nicht gibt, dann vielleicht woanders. Und einen Plan B gibt es auch. "Meine Eltern hätten es auch ganz gern gesehen, wenn ich studiert hätte", verrät er. "Aber jetzt haben wir uns darauf geeinigt, dass ich mich erst einmal zwei Jahre auf den Fußball konzentriere - und DANN vielleicht mal an ein Studium denke." Management, BWL, Sport - in dieser Richtung könnte er sich was vorstellen. "Aber Plan A ist der Fußball."