17. August 2021 / 20:59 Uhr

Wolfsburg vorm Hertha-Spiel: "Wissen, dass wir uns steigern können" 

Wolfsburg vorm Hertha-Spiel: "Wissen, dass wir uns steigern können" 

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sieht Steigerungspotenzial: Wolfsburgs Xaver Schlager.
Sieht Steigerungspotenzial: Wolfsburgs Xaver Schlager. © Roland Hermstein
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Mit einem knappen 1:0 gegen den VfL Bochum ist der VfL Wolfsburg in die Saison gestartet. Überzeugend war die Vorstellung in 85-minütiger Überzahl nicht, doch Mittelfeldspieler Xaver Schlager macht sich keine Sorgen und erinnert an den Saisonstart vor zwei Jahren unter Oliver Glasner.

Mit einem knappen 1:0-Sieg gegen den VfL Bochum ist der VfL Wolfsburg in die neue Saison in der Fußball-Bundesliga gestartet. Das ist zwar gut, doch spielerisch überzeugend war die Vorstellung des Champions-League-Teilnehmers nicht, zumal die Mannschaft von Trainer Mark van Bommel 85 Minuten in Überzahl agiert hatte. Dass es noch besser geht, weiß auch Mittelfeld-Stratege Xaver Schlager und betont: "Wir wissen, dass wir uns steigern können." Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich am Samstag (15.30 Uhr) bei Hertha BSC.

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Drei Punkte zum Start, "das gibt ein gutes Gefühl", sagt Schlager vor der Partie in der Hauptstadt. "Mit der Leistung sind wir zum Großteil zufrieden, aber es hat sich trotzdem nicht so gut angefühlt, weil wir es versäumt haben, das 2:0 und das 3:0 zu machen." An der Chancenverwertung haperte es tatsächlich gegen den Aufsteiger. Gelegenheiten, um das Ergebnis nach oben zu schrauben, waren reichlich vorhanden. Allein Angreifer Wout Weghorst verbuchte acht Torabschlüsse. "Es war nicht unser bestes Spiel", weiß Schlager. "Aber wir brauchen immer etwas Zeit, um in die Saison zu kommen." Das sei auch 2019 nach dem Trainerwechsel zu Oliver Glasner der Fall gewesen. "Vor zwei Jahren war es auch schwierig."

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Unter Neu-Coach Mark van Bommel sei es nun "anders" als unter dessen Vorgänger, "es sind andere Trainings, andere Schwerpunkte", erklärt Schlager. Während es unter Glasner vor allem ums schnelle Umschalten ging, setzt der Niederländer verstärkt auf Ballbesitz. Aber was ist besser? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt's für Schlager nicht. "Früher sagte man, man hat den Ball lieber. Inzwischen heißt es, der Ballbesitz ist unwichtig, man kann ein Spiel trotzdem gewinnen", sagt der österreichische Nationalspieler, der nach dem Saison-Start nicht unzufrieden ist: "Bis jetzt machen wir es gut, auch wenn es Dinge gibt, die wir verbessern können."

Dinge verbessern - das machen die Wolfsburger in der täglichen Arbeit auf dem Platz. Immer wieder unterbricht van Bommel die Übungen, um neue Anweisungen und taktische Hinweise zu geben. Besonders profitieren kann Schlager unter dem Ex-Profi. Denn der ehemalige Mittelfeldspieler weiß aus eigener Erfahrung ganz genau, worauf es in der Zentrale ankommt. "Er trainiert nicht mit, daher kann ich mir nicht viel abschauen", sagt Schlager über seinen Coach schmunzelnd. "Aber natürlich gibt er ein, zwei Inputs, die er einem mitgibt:" Gleichwohl sei der Fußball von damals mit dem von heute "nicht mehr zu vergleichen. Und in zehn Jahren wird der Fußball wieder anders sein", glaubt der 23-Jährige.

Bei Hertha wollen Schlager und Co. die nächsten drei Punkte einfahren - einfach wird das aber nicht. Die Berliner dürften nach dem 1:3 in Köln mit mächtig Wut im Bauch auflaufen. "Berlin will die Niederlage in Köln wiedergutmachen, daher wird es ein schwieriges Spiel. Wir müssen hart arbeiten", betont Schlager, der sich an die vergangenen beiden Duelle mit dem Hauptstadt-Klub erinnert. Im Hinspiel der vergangenen Saison hatte es ein 1:1 gegeben, das Rückspiel gewann der VfL durch ein Eigentor und einen späten Treffer von Maxence Lacroix mit 2:0. "Gegen Hertha hatten wir beide Male Glück", so Schlager, aber, "wenn wir unser Spiel durchziehen, können wir gewinnen."

Und in der Woche nach dem Herzha-Spiel wird's für den VfL noch mal spannend, am Donnerstag steht die Champions-League-Auslosung an. Einen Wunschgegner für die Gruppenphase hat Schlager nicht. "Mir ist echt egal, welche Gegner wir bekommen. Es wird keine leichte Gruppe, aber dass wir dabei sind, ist eine tolle Erfahrung." Zudem könnte es in der Woche unter Umständen ein Wiederholungsspiel in Münster geben - das DFB-Sportgericht wertete den 3:1-Sieg des VfL nach dem Wolfsburger Wechselfehler zwar am Montagabend in ein 2:0 für Preußen um, doch der VfL legte am Dienstag Berufung ein. Nun landet der Fall vorm DFB-Bundesgericht. Für Schlager war das Ergebnis der ersten Verhandlung "keine große Überraschung, das Urteil war erwartbar. Vorwürfe macht er beim VfL niemandem: "Das sind menschliche Fehler. Ich habe schon so viele Fehler in meinem Leben gemacht. Wenn ich jedes Mal dafür bestraft werden würde, dann würde ich gefühlt im Gefängnis sitzen. Das kann jedem mal passieren. Das ist zwar schade, aber es ist kein Problem."


Träsch zu Besuch beim VfL-Training

Schöner Besuch am Trainingsplatz: Ex-VfLer Christian Träsch, der von 2011 bis 2017 in Wolfsburg unter Vertrag gestanden und mit dem Bundesligisten 2015 die Vizemeisterschaft und den Pokalsieg bejubeln durfte, ließ sich am Dienstag bei der Einheit blicken.

Neben Sportdirektor Marcel Schäfer kennt der ehemalige Rechtsverteidiger noch einige andere Akteure aus seiner Zeit beim VfL - Maximilian Arnold, Josuha Guilavogui, Koen Casteels, Josip Brekalo, Yannick Gerhardt oder auch Marvin Stefaniak. Nach der Einheit ließ es sich der 33-Jährige, der inzwischen mit seiner Familie in Dubai lebt, nicht nehmen, um mit den Ex-Teamkollegen zu plaudern. Nach seinem Engagement in Wolfsburg hatte sich Träsch zunächst dem FC Ingolstadt und dann Al-Wasl Sports Club in den Vereinigten Arabischen Emiraten angeschlossen. Im Oktober vergangenen Jahres beendete er seine Karriere.

Nicht so erfreulich: Neuzugang Sebastiaan Bornauw musste die Einheit wegen Schmerzen im Finger vorzeitig beenden. Aster Vranckx und Felix Nmecha machten erneut Teile des Teamtrainings mit und übten anschließend individuell.