27. Oktober 2020 / 16:02 Uhr

Vor Zenit-Spiel: BVB-Trainer Lucien Favre lässt Torwart-Frage offen und erklärt Leistungsloch von Jadon Sancho

Vor Zenit-Spiel: BVB-Trainer Lucien Favre lässt Torwart-Frage offen und erklärt Leistungsloch von Jadon Sancho

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lässt die Torwart-Frage zwischen Roman Bürki (l.) und Marwin Hitz offen: BVB-Trainer Lucien Favre.
Lässt die Torwart-Frage zwischen Roman Bürki (l.) und Marwin Hitz offen: BVB-Trainer Lucien Favre. © Maik Hoelter/imago images; Alex Grimm/Getty Images
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Vor dem Champions-League-Spiel gegen Zenit St. Petersburg hat BVB-Trainer Lucien Favre wieder einmal die Torwart-Frage offen gelassen. Der Schweizer erklärte hingegen, warum Jadon Sancho bisher in dieser Saison nicht an die Glanzleistungen aus den vergangenen Monaten anknüpfen konnte.

Lucien Favre hat sich eine Baustelle aufgemacht - oder Spaß daran gefunden, die Journalisten aufs Glatteis zu führen. Vor dem Spiel von Borussia Dortmund in der Champions League hat der Schweizer-Trainer wieder einmal offen gelassen, welchen seiner beiden Landsmänner er am Mittwoch im Tor aufstellen wird: Marwin Hitz oder Roman Bürki.

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"Roman ist nicht mehr verletzt und nicht mehr krank", sagte Favre am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Zenit. Eine klare Nummer eins wollte er allerdings nicht benennen. "Ich spreche nicht über unsere Mannschaft", sagte er. Die Baustelle hatte sich der Trainer zuletzt selbst aufgemacht, nachdem er Hitz bei Lazio Rom und in der Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim spielen ließ, obwohl Bürki längst wieder fit war. Im Revierderby am vergangenen Wochenende gegen den FC Schalke spielte Bürki hingegen wieder - und Hitz saß auf der Bank.

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Schon am Samstag stellte BVB-Sportdirektor Michael Zorc klar: "Wir haben es mehrfach erklärt, dass Roman erst krankheitsbedingt gefehlt hatte und dann etwas an der Hüfte hatte", sagte der Dortmund-Chef, der im Gegensatz zu Favre eine deutliche Aussage traf: "Für mich ist die Sache klar. Roman war die letzten Jahre die Nummer eins. Es gibt aus meiner Sicht nicht viel Grund dazu, das zu ändern." Zorc fügte allerdings an, dass der Coach das letzte Wort habe: "Aber am Ende stellt immer der Trainer auf." Wer am Mittwoch im Tor stehen wird, wird sich also gegen 20 Uhr zeigen, wenn die Aufstellungen herausgegeben werden.

Favre: Verständnis für Sancho - Zeit für Reus

Ob Jadon Sancho dann auch von Beginn an auf dem Feld stehen wird, ist ebenfalls offen. Der Engländer steckt seit dem Saisonstart etwas im Leistungsloch, kam nicht mehr an seine glänzenden Auftritte aus der Vorsaison ran. Für Favre aber kein Grund für Besorgnis. "Wir hatten die Corona-Pause, dann gab es viele Spekulationen um Jadon, ob er in Dortmund bleibt. Das kann einen Einfluss haben. Außerdem kann kein Spieler ein ganzes Jahr in Topform bleiben. Das müssen wir akzeptieren", sagte Favre.

Genauso müsse man akzeptieren, dass Marco Reus nicht in jedem Spiel auflaufen könne. Nach seiner sechsmonatigen Verletzungspause bräuchte der Nationalspieler Zeit. "Es ist wichtig, dass Marco langsam zurückkommt. Wir müssen weiter aufpassen", sagte Favre. Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann hatte am Sonntag erklärt, beim BVB in dieser Saison "Mentalität und Führung" zu vermissen und mit Blick auf Reus gesagt: "Ich habe nicht verstanden, warum man ihm im Sommer nicht die Kapitänsbinde abgenommen hat. Die andere Frage ist, ob ich sie ihm vor zwei Jahren gegeben hätte." Der BVB habe in Reus keinen Führungsspieler, sondern einen, "den du mitziehen musst", so der 46-Jährige weiter. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sieht das grundlegend anders: "Wie will er (Hamann, d. Red) auch mannschaftsinterne Vorgänge beurteilen können? Marco ist ein guter Kapitän."